
Der Offene Brief richtet seinen Gruß zwar an ein begrenztes Publikum, ist aber tatsächlich für einen großen Leserkreis bestimmt. In den Jahren 1520 bis 1526 befanden sich davon mehr Exemplare im Umlauf als zu jeder anderen Zeit. Diese literarische Form bildet einen wichtigen Kontext für Dürers "Vier Apostel".
Kunsthistorikerin, Ph.D. candidate, Yale University in the Department of Art History, New Haven/ USA

Deutlich spiegelt sich in Dürers Tagebuch von der niederländischen Reise die ökonomische Dimension sozialer Vernetzung. Eine zentrale Rolle spielen dabei Dürers Bildniszeichnungen. Der Beitrag untersucht ihre Funktion als Tauschobjekte, die Dürer zur Netzwerkbildung mit der niederländischen Elite einsetzte.
Kunsthistorikerin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg

Markus Hofmann entwickelt in seinem Hauptberuf Modelle für Kommunikations- und Mobilitätsnetzwerke der Zukunft. Andererseits ist er Direktor eines "Thinktank". Mit seinem Instrumentarium des 21. Jahrhundert analysierte er den Netzwerkknoten Nürnberg zur Dürerzeit.
Leiter Marketingstrategie Infrastruktur (KSI), Deutsche Bahn AG/ Managing Director, Network Institute, Berlin

Als Untersuchungsgegenstand der historischen Netzwerkforschung bietet sich das Bild geradezu paradigmatisch an: der Auftraggeber, Friedrich der Weise, konnte in Wittenberg mit Universität, Residenz und Schlosskirche ein geistesgeschichtliches Zentrum errichten, das zu einem zentralen humanistischen Umschlagplatz im Norden wurde.
Kunsthistorikerin, Akademische Rätin, Universität Trier

Die "Drei Grossen Bücher" sind als seltenes gebundenes Buchexemplar erhalten. Die Graphikfolgen zeigen deutlich, dass er im Spannungsfeld des aufkeimenden Selbstverständnisses als "Künstler" (im Gegensatz zum Handwerker) gezielt eine frühe Form des Künstler/ Malerbuches entwickelte.
Kunsthistoriker, Wissenschaftlicher Volontär an den Staatlichen Kunstsammlungen, Dresden

Dürer ist von zahlreichen Humanisten beachtet worden, jedoch aus Motiven, die nur selten von hehrer Liebe zur Kunst geprägt sind. Vielmehr dient Dürer ihnen als Integrationsfigur für persönliche Geltungsansprüche.
Kunsthistoriker, Oberassistent an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich